SPD Frauen

Baden-Württemberg

SPD FRAUEN Baden-Württemberg wählen neuen Landesvorstand

Veröffentlicht am 29.04.2026 in Aktuelles

Klare Schwerpunkte auf Gewaltschutz, Lohngerechtigkeit und Care-Arbeit

Die SPD Frauen Baden-Württemberg haben auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz am Wochenende in Tübingen einen neuen Landesvorstand gewählt und dabei ein deutliches politisches Signal gesetzt: In Zeiten zunehmenden Drucks auf Demokratie und Frauenrechte wollen sie Gleichstellungspolitik entschlossen vorantreiben. Neue Co‑Vorsitzende des Landesverbands sind Dr. Brigitte Schmid‑Hagenmeyer und Cornelia True.

In ihren Reden machten beide deutlich, dass feministische Politik heute mehr denn je gesellschaftliche Bündnisse brauche.
„Wenn Frauenrechte infrage gestellt und soziale Sicherungssysteme ausgehöhlt werden, dürfen wir nicht leiser werden – wir müssen uns zusammenschließen“, betonte Cornelia True. „Bildet Banden. Und aus diesen Banden schmieden wir Bündnisse, mit denen wir Politik für Frauen durchsetzen.

Brigitte Schmid‑Hagenmeyer kündigte an, einen zentralen Schwerpunkt der kommenden Amtszeit auf die gesellschaftliche und politische Aufwertung von Care‑Arbeit und deren ausgewogene Verteilung unter den Geschlechtern zu legen. „Care-Arbeit wird nach wie vor unsichtbar gemacht, strukturell benachteiligt und viel zu wenig von Männern übernommen“, sagte sie. „Wir brauchen endlich konkrete politische Lösungen – etwa steuerliche Anreize, wenn Mütter und Väter gleichberechtigt Verantwortung übernehmen und Arbeitszeit fair verteilen.“

Gewalt gegen Frauen im Fokus der Konferenz

Inhaltlich stand die Landesdelegiertenkonferenz unter dem Schwerpunkt sexualisierte Gewalt. In einem auf große Resonanz gestoßenen Fachvortrag skizzierte Prof. Dr. Jennifer Grafe von der Universität Tübingen Reformbedarfe im Sexualstrafrecht. Im Zentrum standen dabei das Ja‑heißt‑Ja‑Modell sowie neue Formen digitaler und bildbasierter Gewalt.

„Gerade bei bildbasierter digitaler Gewalt fehlt bislang ein geschlossenes rechtliches Gesamtkonzept“, so Grafe. „Die zentrale Frage muss lauten: Was wollen wir schützen? Von dort aus müssen wir die Gesetzgebung neu denken – auch wenn das bedeutet, bestehende Regelungen grundlegend zu überarbeiten.“

Diese Einschätzung spiegelt sich auch im Leitantrag der SPD Frauen wider. Darin betont der Landesverband, dass sexualisierte Gewalt kein individuelles, sondern ein systemisches Problem sei. Gefordert wird eine umfassende Gleichstellungsoffensive, die strukturell ansetzt – unter anderem durch eine Bildungsoffensive gegen Geschlechterstereotype sowie die konsequente Umsetzung von Parität in politischen Gremien und Parlamenten.

Klare Worte aus Land und Bund

Eingeleitet wurde die Konferenz durch gleichstellungspolitische Berichte aus Land und Bund. Dr. Dorothea Kliche‑Behnke (MdL) sowie Jasmina Hostert (MdB) machten deutlich, dass wichtige Reformen weiter auf sich warten lassen. So müsse der Gewaltschutz ausgebaut und das EU‑Entgelttransparenzgesetz endlich konsequent umgesetzt werden, um den Gender Pay Gap wirksam zu reduzieren. Bei einer Wahlrechtsreform wird die SPD außerdem die Pflicht zur Parität fordern. Beide berichteten zudem offen über ihre persönlichen Erfahrungen mit Sexismus – auch im digitalen Raum.

Grußworte kamen unter anderem von Gundula Schäfer‑Vogel, Bürgermeisterin der Stadt Tübingen, von Carmen Wegge, Bundesvorsitzende der SPD Frauen, sowie von Ute May, Vorsitzende der SPD 60Plus und Nathalie Ziwey, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Baden‑Württemberg.

Mit der Wahl des neuen Landesvorstands und klaren politischen Positionen setzen die SPD Frauen Baden‑Württemberg ein unmissverständliches Zeichen: Gleichstellung ist kein Nebenprojekt – sondern Voraussetzung für eine gerechte und demokratische Gesellschaft.

Hintere Reihe: Cornelia True, Dr. Jessica Wilzek, Andrea Ahlemeyer-Stubbe, Judith Vowinkel, Barbara Oppelz, Gisela Gretschel; Vordere Reihe: Kathrin Breitenbücher, Dr. Brigitte Schmid-Hagenmeyer, Cansu Cak, Corinna Friedrich; Es fehlen: Elli B., Yasmin Nasrudin, Nathalie Ziwey