SPD Frauen

Baden-Württemberg

Fachliche Diskussion trotz Wahlkampf

Veröffentlicht am 31.01.2025 in Veranstaltungen

Eizellenspende und Leihmutterschaft zur Debatte bei Jusos und SPD Frauen in Baden-Württemberg

Sollen Eizellenspenden und Leihmutterschaft legalisiert werden? – Das haben die SPD Frauen gemeinsam mit den Jusos Baden-Württemberg und einem hochkarätigen Podium am 23. Januar in Feuerbach diskutiert.

Moderiert von der Stuttgarter Bundestagsabgeordneten und Bundestagskandidatin für die SPD in der Landeshauptstadt, Lucia Schanbacher, entfachte am vergangenen Abend eine spannende Diskussion darüber, ob bei unerfülltem Kinderwunsch künftig auch die Nutzung von Eizellspende und Leihmutterschaft erlaubt sein soll. In respektvoller Atmosphäre diskutierten neben der stv. Juso-Bundesvorsitzenden Theresia Stahl auch die Leiterin des Kinderwunsch- und Hormonzentrums UniFee sowie stv. Klinikdirektorin an der Uni Klinik Ulm, Prof. Dr. med. Katharina Hancke und Elisabeth Steinle-Paul, Gynäkologin und Mitglied im Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF) e.V. sowie Theresa Fuchs als Teil der Koordination der Städtegruppe Stuttgart von TERRE DE FEMMES.  

Die Expertinnenrunde war sich darin einig, dass sowohl bei der Entscheidung über die Selbstbestimmung der Eizellen abgebenden oder als Leihmutter fungierenden Frau, als auch mit Blick auf die Spenderkinder grundlegende ethische Diskussionen geführt werden müssen. Klar wurde: Während bei der Vertreterin von TERRE DE FEMMES und dem AKF eher die Sorge vor einer Kommerzialisierung von Frauenkörpern, der Ausnutzung wirtschaftlicher Notlagen von Frauen sowie medizinische Risiken für die Spenderinnen bzw. Leihmütter im Fokus standen, betonten die Reproduktionsmedizinerin Hancke und die Vertreterin der Jusos Stahl vielmehr die Chancen für Betroffene mit unerfülltem Kinderwunsch sowie die im Ausland teilweise bereits gängige Praxis. Die Jusos fordern schon länger eine Legalisierung der Eizellenspende und Leihmutterschaft unter scharfen staatlichen Einschränkungen. Die Frauenrechtsorganisation TERRE DE FEMMES hingegen vertritt klar die Position gegen diesen Vorschlag. Einig waren sich die Frauen darin, dass die Diskussion öffentlich, sensibel und breit geführt werden muss.

„Das Thema Eizellenspende und Leihmutterschaft braucht eine Bühne – wir brauchen eine breite gesellschaftliche und politische Debatte darüber, wie künftig der Kinderwunsch erfüllt und die Selbstbestimmungsrechte der Frau gewahrt werden können“, so Dr. Brigitte Schmid-Hagenmeyer, Landesvorsitzende der SPD Frauen im Südwesten, in ihrem Abschlussstatement.

Spürbar angeregt war auch das Publikum, das im Anschluss an die Podiumsdiskussion viele Fragen stellen oder die eigene Position darlegen konnte und damit die Debatte weiter bereicherte.

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die sowohl vor Ort in Feuerbach, als auch digital im Livestream, interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger erreicht hat. „Wir freuen uns über das große Interesse an einer so kontroversen und inhaltlich durchaus schwerwiegenden Debatte. Genau solche Diskussionsräume braucht es in unserer Demokratie! Es muss möglich sein, konträre Standpunkte mit bereichernden Argumenten auszutauschen – das haben wir heute mitten im Bundestagswahlkampf bewiesen.“ resümiert die Mitveranstalterin Jette Wagler, stv. Juso-Landesvorsitzende.